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Mit dem Handy ins Internet - dank WAP

Eine Frau tippt auf der Handy-Tastatur

Das World Wide Web (WWW), wie Sie es am Computer gewöhnt sind, können Sie mit einem kleinen Handy-Display kaum darstellen. Außerdem ist die Übertragungsgeschwindigkeit der Mobilfunk-Datenkanäle viel zu langsam für richtige, "große" Webseiten.

Daher wurde Ende der 90er Jahre WAP, das Wireless Application Protocol, entwickelt. Diese Technologie macht spezielle Internetseiten auf Handys verfügbar. WAP-Seiten können mit einer Art "Schmalspur-Internet" verglichen werden.


Wichtiger Hinweis: der Beitrag auf dieser Seite ist aus dem Jahr 2007 und nicht mehr aktuell.
Eine inhaltliche Einführung in das mobile Internet vom April 2008 finden Sie im Artikel Kommunikative Mobilität - Mit dem Handy ins Netz Link in einem neuen Browserfenster öffnen bei heise mobil. Mit welchen Browsern Sie das mobile Internet nutzen können, erläutert der Artikel Aufgemotzte Minimalisten - Webbrowser für Handys und Smartphones Link in einem neuen Browserfenster öffnen. Was das Surfen unterwegs kostet, erfahren Sie im teltarif-Artikel Mobiles Internet: Tarife für Surfen mit dem Handy Link in einem neuen Browserfenster öffnen. Einen direkten Preisvergleich, auch nach Mobilfunkprovidern sortiert, bietet der der teltarif.de - Mobilfunk-Datenrechner Link in einem neuen Browserfenster öffnen.
Für die übertragene Datenmenge können Sie folgendes annehmen: eine durchschnittliche mobile Webseite für Handys ist etwa 25 Kilobyte groß, so dass 1 Megabyte Daten etwa 40 einzelnen Seiten entspricht. Das reicht für ca. 20 bis 30 Minuten Surfen mit gemächlichem "Durchklicken".
Eine Sammlung spezieller mobiler Webseiten listet Mobi.Web Link in einem neuen Browserfenster öffnen auf. Diese können Sie auch am Computer ausprobieren, wobei dort die Seitenbreite meist viel größer dargestellt wird als im Handydisplay.


In Deutschland erschien das erste WAP-Handy im Jahr 1999: das Nokia 7110 Link in einem neuen Browserfenster öffnen. Leider besaß es so viele Software-Fehler, dass es erst nach mehreren Updates richtig lauffähig war. Ein schlechter Start für WAP, wobei sich die Situation in den folgenden Jahren nicht wirklich besserte.

Die Mobilfunkbetreiber haben das WAP-Internet in den ersten Jahren weder ersthaft beworben noch sinnvolle Dienste bereitgestellt. Da es nur wenige Fremdanbieter mit Handy-tauglichen Homepages gab, war zwar die Technik vorhanden, das Angebot jedoch spärlich.

Bereits im Jahr 2000 veränderte sich das mobile Internet: der WAP 2.0-Standard wurde eingeführt und setzte sich in den Folgejahren langsam aber sicher durch. WAP 2.0 setzt auf Farbe und macht somit erstmals die Anzeige normaler Fotos auf dem Handydisplay möglich - WAP 1.x erlaubte zuvor nur schwarz-weiße, pixelige Grafiken.

Obwohl WAP 2.0 nach einer Fortentwicklung von WAP 1.x klingt, wurde die dahinter stehende Technologie grundlegend geändert. Da sich WAP 2.0 an den xHTML-Standard anlehnt, könnten WAP 2.0-Browser prinzipiell auch viele "große" Webseiten anzeigen. In der Praxis scheitert das an den viel zu großen Datenmengen, die nur langsam und teuer zu übertragen sind. Die Auflösung der Handy-Anzeigen ist selbstverständlich vom heimischen Monitor weit entfernt, so dass ständiges Scrollen in alle Richtungen nötig wäre.

Mit WAP 2.0 bzw. xHTML ist das mobile Internet dennoch viel attraktiver geworden. Es gibt inzwischen eine Vielzahl von farbigen WAP-Seiten, die speziell für die Nutzung unterwegs entworfen wurden. Dazu gehören auch viele Homepages für PDAs, tragbare Kleinstcomputer, und Smartphones, Organizer mit integriertem Mobiltelefon. Deren Browser stellen xHTML- und WAP 2.0-Seiten problemlos dar, allein schon wegen ihrer passablen Bildschirmauflösung. Viele moderne Handys können diese PDA-Seiten ebenfalls darstellen.

Fast jedes Handy, das seit 2004 neu auf dem Markt erschienen ist, ist WAP 2.0-fähig und kann natürlich weiterhin WAP 1.x-Seiten anzeigen. Vielleicht haben Sie WAP in Ihrem Handy noch nie benutzt, vielleicht haben Sie schon einmal versehentlich einen "Schnellstartknopf" bedient, der Sie ungefragt in das "Portal" Ihres Mobilfunkanbieters befördert hat.

Für Fahrgäste ist WAP eine praktische Sache: Sie können komfortabel Fahrpläne und Verspätungen abrufen, was bei einer SMS-Abfrage nur mit einer genauen "Grammatik" möglich ist, da ja nur 160 Zeichen zur Verfügung stehen.

Wenn Sie Ihr Handy beim Netzbetreiber gekauft haben, sind die notwendigen Einstellungen für den WAP-Kontakt ins Internet meist schon vorhanden. Ansonsten besuchen Sie einfach ein Ladengeschäft und lassen sich dort helfen, denn WAPpende Kunden sind als Umsatzbringer gern gesehen. Sie können sich bei den Modellen von Nokia, Siemens, SonyEricsson und Samsung auch die Konfigurationsdaten vom Netzbetreiber oder Hersteller per SMS schicken lassen, die dann vollautomatisch ins Gerät übernommen werden.

Eine ausführliche Beschreibung von WAP und den nötigen Einstellungen gibt Ihnen die Redaktion von teltarif.de:

www.teltarif.de/i/wap.html Link in einem neuen Browserfenster öffnen

Abschließend noch der Hinweis: üblich ist als Verbindungstechnologie GPRS. Damit wird eine vom Telefonkanal unabhängige Verbindung ins Internet hergestellt, die in der Regel "volumenbasiert" abgerechnet wird. Das bedeutet, es zählt die übertragene Datenmenge, nicht aber die Zeit, die Sie brauchen, um die Seiten zu lesen. GPRS ist in etwa vergleichbar mit DSL im herkömmlichen Telefonnetz, wenn auch wesentlich langsamer. GPRS-Verbindungen sind etwa so schnell wie das inzwischen beinahe ausgestorbene Analog-Modem am heimischen Computer - es werden etwa 4 Kilo-Byte pro Sekunde übertragen.
Dabei ist stets zu berücksichtigen, dass die reine Anfrage für einen Seitenabruf bei GPRS meist wesentlich länger dauert als am Computer mit Analog-Modem oder DSL. Bevor eine WAP-Seite mit der eben genannten Datenrate von 4 kB/s übertragen wird, gibt es nach dem Anklicken eines Links erst einmal etwa 2 Sekunden Wartezeit.

Vom Grundprinzip funktioniert UMTS ähnlich wie GPRS, wobei die Daten - als Faustregel - etwa viermal schneller als mit dem flächendeckend verfügbaren GPRS übertragen werden. Anders gesagt: dort, wo Sie über Ihren Netzbetreiber telefonieren können, ist auch das Surfen via GPRS möglich. Die Netzabdeckung des UMTS-Systems dagegen ist noch lückenhaft, so dass das Handy automatisch auf GPRS umschaltet.

Bei CSD wählt sich das Handy ähnlich wie ein Analog-Modem ein. Dann ist Ihr Anschluss besetzt und jede Minute zählt, verursacht also Kosten. Diese Methode ist inzwischen nicht mehr üblich und auch nicht empfehlenswert, da in der Summe teuerer als GPRS - auch bei Schnelllesern.

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